Walliser Schwarzhalsziegen

Walliser Schwarzhalsziegen

2020-03-17 Aus Von HansUwe1958

Eigenwillig, stolz und klug: die schwarz-weiße „Gletschergeiß“ ist eine der ältesten Ziegenrassen der Welt und gilt als Schönheitskönigin unter den Ziegen.

Die Walliser Schwarzhalsziege kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass die vordere Körperhälfte schwarz und die hintere weiß behaart ist. Das Fell ist grundsätzlich langhaarig. Der Kopf ist verhältnismäßig kurz und die Ohren leicht abstehend. Auch die weiblichen Tiere besitzen eine Stirnlocke, wie sie bei vielen anderen Ziegenrassen nur bei männlichen Tieren vorkommen. Beide Geschlechter tragen Hörner; die Hörner der Böcke können bis zu 80 Zentimeter lang sein.

Böcke erreichen eine Widerristhöhe von 75 bis 85 Zentimeter und wiegen dann 65 bis 70 Kilogramm. Geißen sind etwas kleiner und erreichen eine Widerristhöhe von 70 bis 80 Zentimeter und wiegen 45 bis 50 Kilogramm.

Obwohl die Walliserziege mit ihrem zotteligen Fell und den beeindruckenden Hörnern nicht dem Zuchtziel entsprach war sie Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Die Gletschergeiß, wie diese Ziege auch genannt wird, ist sehr robust und anspruchslos.

In den 1970er Jahren war der Fortbestand der Rasse stark gefährdet. Der Bestand in der Schweiz betrug nur noch 440 reinrassige Tiere.

Angriffslustige Ziegenböcke: einfach am Bart ziehen

Wird der Bock zu aufdringlich, raten Schweizer Züchter, ihn am Bart zu ziehen. Von unten. Liegend. Ob die Empfehlung so gut ist, lässt sich anzweifeln …

Schwarzhalsziegen sind neugierig, naschhaft und lebhaft. Besitzer beschreiben sie zudem als stolz und klug. Sie sind ausgesprochene Herdentiere; beim Ausfechten der Rangordnung geht es mitunter rabiat zu.

Ihr Verhalten Menschen gegenüber ist sehr individuell und reicht von scheu und zurückhaltend bis verschmust oder sogar aufdringlich. Einige Böcke sind während der Brunst angriffslustig. Um sich gegen einen angreifenden Bock zu verteidigen, empfehlen die Schweizer Züchter, sich auf den Boden zu legen und den Bock wenn möglich am Unterkieferbart zu packen.


Die Schwarzhalsziege ist eine der ältesten Ziegenrassen der Welt. Nach historischen Berichten sollen afrikanische Völker die Ziege um 930 über das Rhonetal ins Wallis gebracht haben. Anderen Quellen zufolge soll sie von der italienischen Kupferziege abstammen. Sie ist auch die Ziege der vielen Namen: Walliser Schwarzhalsziege oder kurz „Walliser“, Gletschergeiß, Halsene, Zottelgeiß, Sattelziege, Vispentalerziege oder gar „halbierte Ziege“ – die schwarz- weiße Schweizer Ziege hat im Laufe der Jahrhunderte viele Namen bekommen.

Als Gott die Pflanzenfresser erschaffen hatte, wies er jedem von ihnen einen Weideplatz zu. Zufrieden trollten sich die Tiere. Nur die Ziegen konnten nicht genug kriegen. „Nu meh! Nu meh! – Noch mehr, noch mehr!“, meckerten sie, bis es Gott zu viel wurde, und er rief: „So geht doch wohin ihr wollt!“. So kam es, dass die Ziegen Schelmentiere sind und überall stehlen und naschen. Für Schwarzhalsziegen gilt dieses Volksmärchen allemal.

Quellen: https://libellius.de/ und Wikepedia