Trauerschwäne

Trauerschwäne

2020-05-26 Aus Von HansUwe1958

Unsere Trauerschwäne haben im Februar 2020 bei uns ihr neues Zuhause bekommen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt 10 Monate alt und haben noch nicht ihre Endfarbe erreicht.

Der Trauerschwan oder Schwarzschwan ist eine monotypische Vogelart aus der Gattung der Schwäne  und der Familie der Entenvögel . Er ist der einzige fast völlig schwarze Schwan und hat außerdem den längsten Hals aller Schwäne.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Trauerschwans ist Australien und Tasmanien, in Neuseeland ist der Trauerschwan eingebürgert.

Aussehen

Trauerschwäne erreichen ausgewachsen eine Körperlänge von 110 bis 140 Zentimeter und sind damit insgesamt etwas kleiner als der Höckerschwan. Im Flugbild macht der Hals über die Hälfte der Gesamtlänge aus. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 160 und 200 Zentimeter. Männchen wiegen durchschnittlich sechs Kilogramm, Weibchen dagegen fünf. Alte Männchen fallen durch ihren kräftigeren und längeren, durch Federkräuselung dickeren Hals sowie ihre intensiver gefärbte Iris auf.

Durch ihre etwa 31 Halswirbel können Trauerschwäne auch in tieferen Gewässern gründeln. Das Gefieder ist schwarz. Die Füße sind anthrazitfarben mit schwarzen Krallen. Von weißer Farbe sind lediglich die Schwungfedern, die aber fast immer im Gefieder versteckt sind und bei geöffneten Flügeln bzw. im Flug sehr gut sichtbar werden. An den Flügelrändern haben die Tiere gelockte Federn. Der Schnabel ist leuchtend rot gefärbt und wird von einem weißen Band nahe der Schnabelspitze geziert. Die Augenfarbe variiert zwischen Orange und Hellbraun bis zu schwarz.

Die Dunenküken sind einfarbig dunkel silbergrau. Ihr Schnabel und ihre Beine sind dunkelgrau und die Iris ist graubraun. Bei den Küken zeigen sich im Alter von 55 Tagen die ersten Schulterfedern. Im Alter von 75 bis 95 Tagen ist das Kleingefieder weitgehend entwickelt. Die Schwingen haben nach fünf bis sechs Monaten ihre volle Länge erreicht. Jungvögel weisen mit Ausnahme der weißen Schwingen ein dunkelmatt graubraunes Gefieder auf. Der Schnabel ist bei ihnen blassrot, das helle Querband ist nur angedeutet. Die Iris ist braun und die Beine sind grau. Durch die fehlende Federkräuselung wirkt bei Jungvögel im ersten Jahreskleid der Hals besonders dünn. Die Umfärbung in das Alterskleid erfolgt zwischen dem 8. und 26. Lebensmonat. Im Mittel sind die Männchen nach ihrem 13. Lebensmonat und die Weibchen nach ihrem 12. Monat umgefärbt. Die Mauser beansprucht in der Regel einen Zeitraum von drei bis vier Monaten.

Trauerschwäne benötigen ähnlich wie Höckerschwäne eine lange Anlaufphase, bevor sie sich in die Luft erheben können. Sie benötigen gewöhnlich vierzig bis fünfzig Meter und sind deswegen auf große freie Wasserflächen angewiesen, die wenig Wellengang aufweisen. Sobald sie sich in die Luft erhoben haben, ist ihr Flügelschlag langsam und kraftvoll.

Stimme

Trauerschwäne benutzen ihre Stimme unter anderem um sich gegenseitig, verbunden mit einem Auf- und Abbewegen des Kopfes, lauthals zu begrüßen, was als „Bobbing“ bezeichnet wird. Sie schwimmen auch in die Mitte eines Sees, legen ihren langen Hals auf das Wasser und „trompeten“ weit hörbar über das Wasser, um etwa nach einem Artgenossen zu rufen oder einfach ihren Unmut zu äußern.

Verbreitung

Der Trauerschwan ist das Wappentier Westaustraliens und dort auch in der Flagge dargestellt. Mittlerweile kommt er in allen Bundesstaaten Australiens vor, auf dem Festland wie auch in Tasmanien.

In Europa und in den Vereinigten Staaten wird er gelegentlich in Parkanlagen gehalten und hat als Gefangenschaftsflüchtling auch hier schon vereinzelt in freier Wildbahn gebrütet. Aus Deutschland werden immer wieder Sichtungen von Trauerschwänen gemeldet.

Lebensraum

Der Trauerschwan ist ein Vogel der gemäßigten und subtropischen Klimazone. Er lebt in Flussmündungen, geschützten Meeresbuchten, auf Überschwemmungsflächen und an Seen mit Süß- oder Brackwasser, wobei er seichte permanente Wasserflächen bevorzugt. Er meidet Zonen mit starker Strömung oder Wellengang und ist auf Zugang zu Süßwasser angewiesen. Brutbiotope sind große Binnenseen mit flachen Uferregionen, Küstengewässer und Überschwemmungsgebieten. Außerhalb der Brutzeit ist er auch an Flüssen zu finden.

Gewöhnlich leben sie paarweise, es werden aber auch gelegentlich Trupps von Trauerschwänen beobachtet, die tausende Individuen umfassen. Zu solch großer Schwarmbildung kann es im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet ganzjährig kommen. Am häufigsten treten sie jedoch an ungestörten Plätzen während der Mauserzeit auf. In Australien werden große Ansammlungen dieser Schwanenart vor allem auf Brackwasserseen beobachtet.

Lebensweise

Im Unterschied zu vielen anderen Wasservögeln und auch zu den anderen Schwanenarten ist der Trauerschwan kein Zugvogel. Er ist äußerst mobil, und kleine Störungen wie anhaltender Lärm veranlassen die Tiere weiterzuziehen. Dabei bleiben sie aber in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern um den alten Aufenthaltsort und halten sich somit ihr ganzes Leben lang in der Region auf, in der sie aufgewachsen sind. Sie ziehen in diesem Gebiet nur relativ kleinräumig umher, um auch auf unterschiedliche Wasserstände und nur zeitweilig vorhandene Wasserflächen zu reagieren. Auch junge Männchen verhindern es, dass sich ein weiteres Trauerschwan-Männchen neu in ihrem Revier niederlässt; lieber weichen die Tiere einander aus.

Ernährung

Der Trauerschwan ernährt sich überwiegend von Wasserpflanzen und Algen, aber auch Körner wie zum Beispiel Weizen oder Mais fressen sie gerne. Ebenso zupfen sie gerne die Blätter von ins Wasser hängenden Trauerweiden oder auch ufernahes Gras ab.

Fortpflanzung

Trauerschwäne brüten meist in Kolonien. Sie errichten einen großen Nesthügel, der meist inmitten eines seichten Gewässers liegt. Sie benutzen dasselbe Nest jedes Jahr wieder und bessern es nur so weit aus, wie es notwendig ist. Wie andere Schwäne ist diese Art streng monogam. Beide Elternvögel sind am Nestbau beteiligt und sorgen für die Jungen.

Das Weibchen legt vier bis acht blassgrüne Eier. Die Eier werden je nach Witterung fünf oder sechs Wochen lang abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet. Männchen sind eher schlechte Brüter, da sie gerne das regelmäßige Drehen und Wenden der Eier vergessen oder sich auch aus Versehen neben die Eier legen.

Jungvögel sind nach etwa fünf Monaten flügge. Die Geschlechtsreife tritt mit zweieinhalb bis drei Jahren ein, danach werden die Männchen vor allem in Gefangenschaft extrem angriffslustig und aggressiv.

QUELLE: biologie-seite.de