CRÖLLWITZER PUTEN

CRÖLLWITZER PUTEN

2020-06-15 Aus Von HansUwe1958

Die wilden Puten der Wälder Nordamerikas wurden bereits von den Indianern domestiziert. Eroberer brachten sie aus Ostmexiko nach Europa, wo sie schon seit 1550 in einigen westeuropäischen Ländern nachweisbar sind. Ihr Leben ist seitdem nicht einfacher geworden. Zucht auf extremes Wachstum und artwidrige Haltung in extremen Dichten sind leidvoller Alltag fast aller heutigen Puten.

Das Interesse der Verbraucher wendet sich immer stärker billigem und magerem Fleisch zu und führte fast zum Aussterben der Rasse.

Im Jahr 1997 gab es nur noch 334 Zuchttiere in 55 Beständen. Das wäre fatal gewesen, denn die Cröllwitzer Pute eignet sich hervorragend für die artgerechte Haltung nach ökologischen Richtlinien.

Diese Puten sind anspruchslos und wachsen hervorragend in extensiven Haltungssystemen mit ausreichendem Grünauslauf. Wie alle Geflügel können sie sich in einer natürlichen, heterogen strukturierten Freilauffläche gut miteinander vertragen und selbst ernähren. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit der Suche nach Samen, Insekten, Gräsern, Blättern, Schnecken und anderen Kleintieren. Gesundheitlich sind sie robust, äußerst vital und wetterfest. Sie bewegen sich gerne und ausdauernd. Zum Ausruhen und Übernachten fliegen sie sogar wie ihre wildlebenden Verwandten auf Bäume. Im Jahr legt eine Cröllwitzer Putenhenne zwischen 20 und 40 Eier mit einem Mindestgewicht von 70 g je Ei, und sie gilt als die beste und zuverlässigste Bruthenne, die Eier auch anderer Geflügelarten ausbrütet.